Ein Blick hinter die Fassade

by - Montag, April 11, 2016


Mir fehlen gerade die richtigen Worte. Tausende von Fragen gehen mir durch den Kopf, soll ich euch wirklich erzählen wie es mir geht? Interessiert es euch überhaupt oder wäre es nicht besser, meine Probleme für mich zu behalten. Schließlich kann jeder mein Blog lesen und trotzdem bin ich zu dem Entschluss gekommen meine Probleme mit euch zu teilen. Bereits in früherer Posts habe ich euch von meinen Depressionen erzählt. Am Donnerstag wurde ich in der Tagesklinik aufgenommen. Eigentlich müsste ich mich darüber freuen, schließlich habe ich lange genug darauf gewartet. Meine ersten Erfahrungen und meine Angst möchte ich heute mit euch teilen. 


Nach vier Monaten, kam endlich der Anruf aus der Klinik


Letzten Montag bekam ich den Anruf aus der Klinik. Vier Monate musste ich darauf warten, immer wieder anrufen um zu fragen, wie lange es noch dauert. Normalerweise müsste man denken, dass ich mich über diesen Anruf freue, doch dem war nicht so. Ich wusste, dass es jetzt ernst werden wird. Ich kann meine Gefühle nicht mehr beiseite schieben, ich muss jetzt über meine Probleme reden. Wie viel Kraft wird mich die Klinik kosten und was wird mich dort erwarten, waren die ersten Gedanken die mir in den Sinn kamen. Tränen liefen mir über die Wange, zum Glück war mein Liebster für mich da. Noch ein Punkt, der mich traurig stimmt. ich sehe ihn jetzt nur noch am Wochenende. Für manche Paare ist das nicht schlimm. Für mich momentan schon, da ich nur ungern alleine mit meinen Gedanken bin. 

Angst umhüllte meine Seele. Tausende Fragen kamen mir in den Sinn und bisher wurden sie noch nicht alle beantwortet. Doch ich weiß, dass ich stark sein muss. Deshalb versuche ich jede Sekunde zu lächeln und wenn ich weinen muss, lasse ich es einfach raus. Danach fühle ich mich zum Glück meist besser. 


Gleichgesinnte, neue Dinge ausprobieren und viel reden


Das schöne in der Klinik, man braucht sich nicht zu verstellen. Da jeder Probleme hat und man sich einander versteht. Wenn mir nach weinen zu mute ist kann ich es raus lassen, ohne dumme Fragen gestellt zu bekommen. Ich kann jeder Zeit mit meinen Therapeut reden und mich in der Ergotherapie austoben. Heute habe ich mein Brandbild fertig bekommen und das nächste Projekt wartet schon auf mich. Es tut gut wieder ein wenig Struktur ins Leben zu bekommen und ich weiß mit der zeit wird es mir auch psychisch wieder besser gehen. Schließlich bin ich auf einem guten Weg und habe Unterstützung. 

Ich habe einen gefüllten Therapieplan und wenn ich nach Hause komme auch so einige Dinge zu erledigen. gerade jetzt ist eine gute Organisation sehr wichtig. Ich darf aber auch nicht vergessen, einfach mal abzuschalten. 

Ein blick hinter die Fassade


Die Zeit heilt wunden, nur wie lange diese Zeit dauert kann keiner so genau sagen. Bei mir ist es oft in stressigen Situationen besonders Schlimm. Zudem weiß ich, dass ich mein Selbstbewusstsein aufbauen muss. da ich mich überhaupt nicht wohl fühle und mich teilweise selbst sogar hasse. Das merkt man mir beim bloggen nicht an. Aber so ist es, wenn man einfach mal hinter die Fassade blickt. 



Ich habe mich oft unverstandenen und alleine damit gefühlt. Doch es gibt so viele, die ebenfalls große Probleme haben und eins könnt ihr mir glauben, es gibt Menschen die es verstehen und für euch da sind. Ich weiß, wie schwer es sein kann, deshalb schreibe ich auch offen darüber.

Kennt ihr Personen mit einer psychischen Erkrankung oder habt ihr sogar selbst eine?



You May Also Like

10 Comments

>